Themenschwerpunkt “Epistemische Überzeugungen und wissenschaftlich-kritisches Denken”

Projektdetails

Förderer: Haushaltsmittel
Laufzeit: April 2016 -
Leitung: Dr. Tom Rosman
Mitarbeiter: -

 

Beschreibung

Wissenschaftliche Erkenntnis ist heute – nicht zuletzt dank des Internets – für jedermann leicht zugänglich. Sie kann genutzt werden, um sich Meinungen über alltägliche Sachverhalte zu bilden und Entscheidungen zu treffen: Muss ich mir Sorgen um den Klimawandel machen? Ist Rotwein tatsächlich gesund? Soll ich meine Kinder mehrsprachig aufwachsen lassen?

Aber kann die Wissenschaft auf derartige Fragen überhaupt eindeutige und allgemeingültige Antworten liefern? Und wem darf man glauben, wenn Befunde verschiedener Studien einander widersprechen? In der Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Erkenntnis gelangen Menschen zu höchst unterschiedlichen Vorstellungen über die Merkmale von Wissen und Wissenschaft. Beispielsweise mag manch einer wissenschaftliches Wissen als unwiderlegbare »Fakten« betrachten, während jemand anderes wissenschaftliche Erkenntnisse als subjektive »Meinungen« der jeweiligen Forscher ansieht. Psychologie und Bildungswissenschaften erforschen solche Vorstellungen unter der Bezeichnung »epistemische Überzeugungen«.

In dem Themenschwerpunkt wird untersucht, inwiefern epistemische Überzeugungen durch gezielte Interventionen verändern lassen und welche Effekte (z.B. auf wissenschaftlich-kritisches Denken oder auf epistemische Emotionen) bestimmte epistemische Überzeugungen im Rahmen einer Konfrontation mit widersprüchlichen Informationen nach sich ziehen. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass die Konfrontation mit vordergründig widersprüchlichen empirischen Befunden, welche sich aber durch Identifikation von Moderatorvariablen aufklären lassen, eine Veränderung hin zu differenzierteren epistemischen Überzeugungen anregen kann.

Im Rahmen des Themenschwerpunkts sind diverse Kooperationen entstanden. Aktuelle Kooperationsprojekte:

  • Der Einfluss epistemischer Überzeugungen auf die individuelle Bedeutsamkeitseinschätzung allgemeinen pädagogischen Wissens bei Lehramtsstudierenden
    Dr. Samuel Merk (Universität Tübingen), Dr. Jürgen Schneider (Universität Tübingen), Julia Ruess (HU Berlin), Dr. Marcus Syring (LMU München)
  • Differenzielle Veränderungen epistemischer Überzeugungen im Rahmen einer forschungsorientierten Vertiefungsveranstaltung bei Lehramtsstudierenden
    Dr. Myriam Schlag (Universität Mainz)
  • Das Zusammenspiel subjektiver Fertigkeiten und subjektiver Studienanforderungen im Lehramtsstudium
    Dr. Carla Bohndick (Universität Hamburg)
  • Psychologiespezifische epistemische Überzeugungen in unterschiedlichen Fächern – Eine Bestandsaufnahme Dr. Eva Seifried (Universität Heidelberg)

 

Publikationen

2018

2017

2016

2015

 

Tagungsbeiträge

2017

2016

2015

2014

2013

2012

Ansprechpartner

Dr. Tom Rosman
Stv. Bereichsleiter "Forschungsliteralität"

+49 (0)651 201-2284