Reproduzierbare und offen zugängliche Meta-Analysen mit PsychOpen CAMA

Abstract

Meta-Analysen haben zum Ziel, mittels der Synthese von Effektstärken aus mehreren Studien zu präziseren Schlussfolgerungen zu gelangen als Einzelstudien. Insbesondere in Forschungsbereichen, in denen die Stichprobenumfänge von Einzelstudien eher klein und die Stichprobenschätzungen daher ungenau sind, können Meta-Analysen verlässlichere und genauere Ergebnisse liefern. Darüber hinaus können Unterschiede in Effektstärken zwischen Studien dazu dienen, den Einfluss von Studien- oder Stichprobencharakteristika auf die interessierende Effektstärke im Rahmen von Moderatoranalysen zu untersuchen. 

Es gibt allerdings eine Reihe möglicher Freiheitsgrade bei der Durchführung von Meta-Analysen, die für die Interpretation der Ergebnisse relevant sind. Im Sinne von Open Science sollten möglichst alle relevanten Entscheidungen transparent dokumentiert sein, beispielsweise anhand gängiger Publikationsstandards für Meta-Analysen wie MARS oder PRISMA. Außerdem sollten die meta-analytischen Daten möglichst offen verfügbar und gut zugänglich sein und somit eine vollständige Replikation der Meta-Analyse ermöglichen. Insbesondere für regelmäßige Updates von Meta-Analysen ist es für die Forschungsgemeinschaft insgesamt wünschenswert und effizient, wenn vorhandene Daten möglichst unkompliziert fortgeschrieben werden können.

Ein möglicher Ansatz für die Publikation meta-analytischer Daten ist die Idee von Community-Augmented Meta-Analysis (CAMA). Dabei wird der Forschungsgemeinschaft ein Repositorium zur Verfügung gestellt, um meta-analytische Daten kumulativ und kollaborativ sammeln zu können. Gleichzeitig werden zentrale meta-analytische Outputs wie Forest Plots oder meta-analytische Schätzungen auf einer grafischen Oberfläche verfügbar gemacht, wodurch die Ergebnisse leicht zugänglich sind. Die Funktionsweise eines solchen Systems wird anhand der Plattform PsychOpenCAMA, die ein solches System für die Psychologie und angrenzende Bereiche zur Verfügung stellt, vorgestellt.

Eine geplante Erweiterung ist die Verknüpfung von PsychOpen CAMA mit PsychNotebook, um CAMA-Daten für weiterführende Analysen leicht zugänglich zu machen. Dazu sollen neben den meta-analytischen Datensätzen auch R-Skripte zur Verfügung gestellt werden, die neben einer Replikation der Analysen auf der Plattform auch (syntaxbasiert) weiterführende Analyseoptionen bieten. Ein Beispiel für die Nutzung solcher Projekte in PsychNotebook wird gezeigt. Insbesondere für diesen letzten Teil des Vortrages werden Grundkenntnisse in R und RStudio empfohlen.

 

Referentin: Tanja Burgard ist kommissarische Leiterin des Forschungsbereichs Forschungssynthesen am ZPID und Produktverantwortliche für PsychOpen CAMA.

Formalia

Datum: 12.10.2022, 16-17.30 Uhr

Format: Demo

Teilnehmendenzahl: 

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Zugangsvoraussetzungen: 

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